Diversifikation

1.    Diversifikation von Unternehmen.

Ein Unternehmen kann sich auf seine Kernkompetenzen konzentrieren, seine Geschäftsbereiche horizontal bzw. vertikal ausweiten oder die Geschäftstätigkeit in auf „unbekannte“ Märkte/Bereiche ausdehnen. Der Vorteil bei der Diversifikation ist, dass das Unternehmen das Risiko minimiert und somit weniger anfällig ist, wenn ein Unternehmensbereich Einbrüche erleidet. Zudem kann durch Diversifikation die Abhängigkeit von z.B. Lieferanten, konjunkturellen Schwankungen, Abnehmern, Trends verringert werden.

1.1.        Horizontale Diversifikation

Erweiterung bisheriger Produkte auf Produktionslinien derselben Wirtschaftsstufe.

z.B. Milchproduzent bietet auch Jogurt, Käse, Pudding an.

1.2.        Vertikale Diversifikation

Erweiterung in vor- und nachgelagerte Produktionsstufen.

z.B. Getränkehersteller erweitert Geschäftstätigkeit auf Flaschenproduktion (vorgelagert) oder Direktvertrieb z.B. Getränkeshops, Bars (nachgelagert)

1.3.        Laterale und diagonale Diversifikation

Erweiterung der Produktpalette um Produkte die für das Unternehmen völlig neu sind und in keinem wirtschaftlichen und technischen Zusammenhang stehen.

z.B. Kosmetik- oder Reifenhersteller erweitert Geschäft auf Lebensmittelproduktion

 

2.    Diversifikation von Finanz- und Kapitalanlagen

Bei der Diversifikation von Finanzanlagen spricht man von der Streuung bzw. Aufteilung des Vermögens über verschiedene Vermögensklassen. Eine Streuung des Vermögens hat den Vorteil, dass die Risiken einzelner Anlagen minimiert werden. So kann zum Bsp. der Verlust durch Anlage X mit dem Gewinn von Anlage Y verringert bzw. kompensiert werden. Eine breite Streuung bietet sich an, wenn der Kapitalanleger eine geringer Risikoaversion hat. Insbesondere Anleger fortgeschrittenen Alters sollten ihr Vermögen breiter streuen, empfehlen viele Vermögensverwalter. Sollte eine Anlageklasse aufgrund eines Abwärtszykluses unterbewertet sein, so ist man nicht gezwungen diese unter Wert zu verkaufen, um ausreichend Liquidität für den Genuss seines Lebensabend zu haben. Für jüngere und risikobereitere Anleger empfiehlt es sich sein Portfolio weniger zu diversifizieren und sich auf bestimmte Anlagen zu konzentrieren. Insbesondere Anleger, welche mit geringem Kapital ein großes Vermögen innerhalb kürzerer Zeit aufbauen möchten sollten ihre Anlagen konzentrieren. So empfiehlt zum Beispiel einer der erfolgreichsten Vermögensverwalter Peter Lynch sich auf bis 1/5 Unternehmen/Aktien zu konzentrieren. Ebenso hat die Investmentlegende Warren Buffet es durch den Aufkauf einer Firma zu Reichtum und Berühmtheit geschafft und mit seinem späteren Vermögen seine Anlagen gestreut. Die spätere Streuung/Diversifikation hat ihm geholfen sein schnellerlangtes Vermögen kontinuierlich aufzubauen und zu vergrößern (mit einem geringeren Risiko). Die fünf wichtigsten Anlageklassen sind:

 

2.1.        Aktien

2.2.        Anleihen

2.3.        Rohstoffe

2.4.        Immobilien

2.5        Cash: Bargeld, Tagesgelder, Optionen/Termingeschäfte 

Wobei viele Vermögensverwalter auch nur von vier Anlageklassen sprechen und Anleihen und Cash in einer Kategorie vereinen. Der sehr erfolgreiche Vermögensverwalter Marc Faber empfiehlt z.B. jeweils ein Viertel in Aktien, Cash/Anleihen/Währungen, Immobilien und Rohstoffe/Gold zu investieren.